Wiebke Eymess
Seminare und Workshops
Kabarett & Kreatives Schreiben
Mehr als nur eine
Werkschau
Erstmalig studentisches Kabarett im Hildesheim
Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 02. Februar
2007
HILDESHEIM.
Es gibt so Momente und Situationen, da muss man einfach dabei gewesen sein. Die
lassen sich kaum oder nur schlecht nacherzählen, weil die lustige Stimmung, der
Witz und die Komik im Nachhinein nicht angemessen nachempfunden werden können.
Das gilt auch für die Werkschau eines neuen Uni-Seminars mit Titel „Komik!
Vielfalt! Satirisches! Politisches und literarisches Kabarett von 1901 bis
heute“ unter der Leitung von Wiebke Eymess, auch bekannt als Sängerin der
Swingband Pinkspots.
Wer
sie kennt, weiß bereits jetzt: Der Abend wird auf jeden Fall lustig, sehr
lustig.
Ihre
Studierenden, überwiegend Erstsemester, haben unter anderem den Unterschied
zwischen Comedy und Kabarett gelernt: Comedians gehen auf die Bühne wegen dem
Geld, Kabarettisten wegen des Geldes. Was für die jungen Nachwuchshumoristen
allerdings weniger zutrifft, da sie bei freiem Eintritt im zum Bersten gefüllten
Thav natürlich nichts bekommen - außer erste Bühnenerfahrungen und gebührenden
Applaus.
Mit
ihrem abendfüllenden Programm „Das haben wir so nicht gewollt“, präsentiert das
Ensemble aber weit mehr als nur eine Werkschau. Es setzt überaus gekonnt und
gelungen die Prämisse des Seminartitels um, indem es herrliche Komik,
unglaubliche Vielfalt und bissige Satire darbietet. Während selbsternannte
Komiker wie Mario Barth mit platten Geschlechter-Klischees nerven und lediglich
durch die TV-Shows tingeln, um ihre Tourneen, CDs und DVDs zu verkaufen,
glänzen die Hildesheimer Naturtalente durch ihre perfekte Mischung aus
gehaltvollem, politischen sowie musikalisch hochklassigem Kabarett und
sympathisch dargebotenem Nonsense. Äußerst unterhaltsam bestechen allesamt durch
komplett selbstverfasste Texte, die sie auswendig und souverän in Szene setzen.
(...) Von einem Seminar ist ein Funke übergesprungen auf ein paar junge
Studenten, die nun hell brennen und ihrerseits wiederum das Publikum für
erfrischendes Kabarett „Marke Hildesheim“ entflammt haben. So animieren sie
einige der Zuschauer dazu, noch bis spät in die Nacht gemeinsam mit ihnen zu
musizieren. Das Ganze schreit förmlich nach einer Fortsetzung; angedacht ist
diese für den Frühling in der Kulturfabrik. Also vormerken, Augen offen halten,
hingehen und selbst Kabarett vom Feinsten miterleben! (tom)
Seminare von Wiebke Eymess seit 2006:

Universität Hildesheim, Sommersemester 2008
Kabarett mit Shakespeare
Arbeitsform: Projekt
Inhalt: Wie adaptiert man mit kabarettistischen Mitteln
Motive des shakespeareschen Werkes für ein Hildesheimer Theaterprojekt im Jahr
2008?
Indem man die Originaltexte in ihrem zeitlichen Kontext
genau studiert und gleichzeitig der eigenen Lebenswirklichkeit neugierig und
kritisch begegnet. Bringt man beides zusammen, prallen zwei Wirklichkeiten
aufeinander, in deren Spannungsfeld äußerst komisches, aber auch kritisches
Potential liegt.
Ähnlich den heutigen Kabarettisten war Shakespeare Chronist
seiner Zeit, seine Stücke spiegeln Übergangsgesellschaften zwischen nationaler
Erstarrung und reformatorischen Esprit, zwischen Autorität und Revolte.
Diese Chronistentätigkeit wird sich das Kabarett-Projekt zur
Aufgabe machen und die studentischen Partnergruppen während des
Projektsemesters mit offenen Augen und Ohren begleitet. Unter dem satirischen
Brennglas entsteht ein Nummernprogramm, das den so genannten Hildesheimer
Theaterbegriff ebenso augenzwinkernd thematisiert, wie es dem Basismaterial
William Shakespeares mit dem Kollektiv Komik, Vielfalt und Satire zu Leibe
rückt. Poetisch und banal, wohlüberlegt und aus dem Ärmel geschüttelt,
geistreich und absurd, mit Wortspielen und Liedern, vor allem aber immer um
mindestens zwei Ecken gedacht.
Universität Hildesheim, Wintersemester 2007/08
Der Knick im Gedankengang
Text orientierte Verfahren im Kabarett
Arbeitsform: Proseminar
Inhalt: Das Seminar vermittelt Kenntnisse der
kabarettistischen Formen sowie des Aufbaus von Kabarett-Texten und Programmen.
Darüber hinaus sollen fürs Kabarett geeignete Themenfelder und dazugehörige
Recherchemöglichkeiten aufgezeigt werden. Wie erstelle ich einen
Problemkatalog? Wie lassen sich persönliche und politische Themen in eine
Kabarett wirksame Form gießen? Welche Informationsquellen gibt es?
Ziel des Seminars ist ein selbst verfasster Kabaretttext,
der in der angeschlossenen Übung inszeniert werden kann.
Literatur: Fleischer, Michael: Eine Theorie des Kabaretts.
Versuch einer Gattungsbeschreibung. Bochum 1989. Kühn, Volker (Hrsg.): Kleinkunststücke.
Eine Kabarett-Bibliothek in fünf Bänden. Hamburg 2001. Reinhard, Elke: Warum
heißt Kabarett heute Comedy? Metamorphosen in der deutschen
Fernsehunterhaltung. Berlin 2006.

Persönlichkeit ist alles!
Schauspiel orientierte Verfahren im Kabarett
Arbeitsform: Übung
Inhalt: Die Übung vermittelt die Grundlagen des
kabarettistischen Spiels. Anhand von fremden und selbstverfassten Texten werden
wir ironisches und beiläufiges Sprechen, Kabarett-Gesang und vor allem die
kabaretttypische Bühnenhaltung szenisch erproben. Im Vordergrund stehen hierbei
Typisierung und Aufbau einer eigenen Kabarett-Persönlichkeit sowie
Improvisationsübungen im Ensemble.
Die Ergebnisse der Übung werden am Ende des Semesters in
einer Werkschau präsentiert.
Literatur: Bitte über die Semesterferien Kabarett in den
Medien verfolgen: Ottis Schlachthof (BR), Mitternachtsspitzen (WDR),
Scheibenwischer (ARD), Neues aus der Anstalt (ZDF) etc.
Wintersemester 2006/07 Universität Hildesheim
Komik! Vielfalt! Satire!
Politisches und literarisches Kabarett von 1901 bis heute
Arbeitsform: Proseminar
Inhalt: In diesem Seminar unternehmen wir schreibend und
recherchierend einen Streifzug durch 100 Jahre Kabarett-Geschichte. Angefangen
bei den frühen Brettl-Größen wie Max Reinhardt und Kurt Tucholsky über die
rebellischen Ensembles der 60er Jahre bis zu den aktuellen Entwicklungen im
deutschen Medienkabarett. Ziel des Seminars ist die gemeinsame Erarbeitung
eines Nummernkabaretts in Wort, szenischem Spiel und Musik, das am Ende des
Semesters präsentiert werden soll.

Juni 2006, Workshop für die Robert-Bosch-Stiftung an der
staatlichen Universität Tjumen, Sibirien
„Wovon leben Geschichten?“
Eine Schreibwerkstatt
Inhalt: In dieser Schreibwerkstatt erforschen wir die
Grundlagen des literarischen Schreibens. Wie lautet ein guter erster Satz? Wie
erweckt man eine Figur auf dem Papier zum Leben? Was macht eine Geschichte so
richtig spannend? Natürlich werden wir nicht nur forschen, sondern auch
schreiben: Gedichte, Geschichten und sonstige Wortgebilde.
Die schönsten und lustigsten Texte präsentieren wir am Ende
des Workshops in einer öffentlichen Lesung.